Startseite

Porträt von Corinne Bucic

Das soziale Engagement wurde mir in die „Wiege“ gelegt. Schon als ich 1968 – als Frühgeburt mit 1100 g Geburtsgewicht – auf die Welt kam, habe ich kämpfen gelernt – den Kampf ums Überleben. Da ich mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet bin, habe ich mich später auch für alle in meinem Umfeld eingesetzt, die auf irgendeine Weise benachteiligt wurden.

Im sozialen Arbeitsumfeld fühle ich mich schon immer beheimatet. Als Haus-wirtschafterin und Erzieherin und später auch im Studium der Sozialpädagogik konnte ich mein Engagement in diesem Bereich leben.

Nach den Geburten (1999, 2001, 2004, 2008) unserer Kinder habe ich nach und nach meine „wahre Berufung“ entdeckt: Ich möchte Frauen in bestimmten Lebenssituationen kompetent beraten, begleiten und betreuen.

Corinne Bucic
 

Kinderwunsch, natürliche Empfängnisregelung, Schwangerschaft, Geburt, Bewältigung von Geburtserlebnissen, Inkontinenz, Stillzeit, Einfinden in die Mutterrolle und in das soziale Umfeld als Vollzeit-Hausfrau und Mutter - all diese Lebenssituationen haben auch mein Leben stark geprägt.

So habe ich mich schon sehr früh, nach der Geburt unserer Tochter Milena am 9.9.99, engagiert und eine Krabbelgruppe organisiert, in der sich Mütter mit kleinen Babies einmal in der Woche treffen, um sich gemeinsam auszutauschen.

Nach der Geburt unseres Sohnes Lauris am 12.9.2001 haben zwei Kolleginnen und ich den Mütterturnverein Riehen gegründet, der heute über 60 Mitglieder hat. Im Mütterturnverein können Mütter kostengünstig unter Anleitung einer Physiotherapeutin präventive Gesundheitsgymnastik oder unter meiner Anleitung Beckenbodenfitness betreiben. Zudem ist ein Mutter/Vater-Kindturnen unter der Leitung einer Muki-Turnleiterin im Angebot, wo schon die Kleinen ab zwei Jahren erste Gruppenerfahrungen im Turnen machen können.

Nach der Geburt unseres Sohnes Farin am 24.1.2004 habe ich einen neuen Verein gegründet: Verein Spielen, Singen und Gestalten. Als erste und bisher einzige Sektion dieses Vereins ist eine Spielgruppe - für Kinder ab Geburt bis drei Jahren – entstanden. Damit wurde eine Spielumgebung geschaffen, in der Kleinkinder zweimal pro Woche bis zu zwei Stunden in einer Kleinstgruppe (maximal sechs Kinder) betreut werden.

Da mein Beckenboden nach der Geburt unseres ersten Kindes in beträchtliche Mitleidenschaft gezogen worden war, habe ich innerhalb von sechs Jahren – und zwei weiteren Geburten – sämtliche Therapien in diesem Bereich kennen gelernt. Schon bald entstand der Wunsch mich in der ganzheitlichen Beckenbodenarbeit ausbilden zu lassen um anderen Frauen in der gleichen Situation gezielt helfen zu können .„Beckenbodenarbeit werde für mich zu einer Lebensaufgabe“ – so äusserten sich die Ärzte auf meine Weigerung, mich operieren zu lassen.

Im April 2006 habe ich die Ausbildung zur ganzheitlichen Beckenbodentrainerin abgeschlossen.

Mit der Natürlichen Empfängnisregelung kam ich 1994 in Berührung. Mein Wunsch nach einer natürlichen Alternative zur chemischen Verhütung und später auch unser Kinderwunsch haben uns diese besondere Lebensweise in Fleisch und Blut übergehen lassen.

Die Erlebnisse meiner drei „Klinikgeburten“ –die erste Klinikgeburt war von mir gewünscht, die anderen zwei eine medizinische Notwendigkeit – haben mich sehr erschüttert. Ich fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes als „Gebärmaschine“.

Für mich persönlich hat sich niemand vom medizinischen Personal interessiert. Alles drehte sich nur ums Baby: „was kommt da raus? , wann kommt es raus? und wie kommt es raus?“ war alles was wichtig war. Mein Mann bekam die ganze „Last“ aufgebrummt sich um mich zu kümmern, womit er überfordert war, da es komplizierte, schwere Geburten waren.

Auch hier entstand sehr schnell der Wunsch anderen Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Muttersein beizustehen.

Corinne Bucic
 

Mit der Doula-Ausbildung die ich im Februar 2008 abgeschlossen habe, habe ich die Grundlage dafür geschaffen.

Mein grosser Wunsch nach einer natürlichen und normalen Geburt ohne medizinische Interventionen liess mich nicht los. Ich wollte es noch einmal wagen. Am 22. Oktober 2008 stand die 4. Geburt bevor. Mein Wunsch wurde erfüllt. Tabita kam auf die Welt ohne ärztliche Hilfe und ohne beckenbodenbelastetes Pressen. Wir alle sind überglücklich.